Beschwerdefrei dank der Feldenkrais Methode

Pascal Pointet, Feldenkrais-Therapeut im Jura und in Biel, entdeckte diese Methode am Theater, als er an seiner Körperhaltung arbeitete. Nach einem Unfall verhalf ihm die Feldenkrais-Methode zu schmerzfreiem Leben zurückzufinden, was ihn dazu bewegte, Therapeut zu werden. Er erzählt Ihnen seine bewegende Geschichte.

Wie ich mit der Feldenkrais Methode gelernt habe besser – nämlich beschwerdefrei – mit einer Skoliose und Arthrose in der Halswirbelsäule zu leben

Als ich ca. 25 Jahre alt war, hatte ich einen Akrobatik-Unfall. Ich bin bei einem rückwärts-Flip-Flop auf dem Kopf anstatt auf den Händen gelandet und mein Nacken wurde stark gestaucht.

Die Folgen dieses Unfalls waren starke Schmerzen im Nacken, ein lahmer Trizeps, Gefühlsverlust in zwei Fingern und zeitweise ein starrer Nacken, der meinen Kopf in einer sehr unbequemen Position festhielt. Sein Schwerpunkt hatte sich nach vorne verlagert und war nicht mehr im Lot über der Wirbelsäule. Die Schmerzen und die Unmöglichkeit mich im Bett frei zu bewegen raubten mir zudem den Schlaf.

Diagnose: Eine Skoliose im Halswirbelbereich

und arthritische Veränderungen an den Querfortsätzen einiger Halswirbel hatten zur Folge, dass einige Nervenstränge zum Arm entzündet waren, weil sie beim Austritt aus den betroffenen Wirbeln nicht genug Platz hatten.

Mein Leben hatte durch diesen Unfall an Qualität verloren. Ich suchte deshalb nach einer Möglichkeit diesen Verlust wieder wettzumachen. Wichtig war mir dabei, dass ich selbst den Heilungsprozess steuern würde. Ich wollte diese Verantwortung nicht an einen Therapeuten abgeben.

Aus meiner Theaterausbildung kannte ich die Feldenkrais Methode®

Diese hatte ich damals allerdings nicht als Therapie, sondern als Bewegungs- und Präsenztraining kennengelernt. Der therapeutische Nutzen wurde mir erst im Rahmen einer Feldenkrais-Ausbildung bewusst, in deren Rahmen ich in den Genuss von zahlreichen Gruppenlektionen (Bewusstheit durch Bewegung) und Einzelsitzungen (Funktionale Integration) kam.

 

Ich habe dort gelernt, meinen Körper insgesamt besser zu organisieren, d.h. die verschiedenen Körperteile immer im Bezug zum gesamten Körpersystem zu bewegen. Für meinen Nacken hiess das, dass die Funktionen des Kopfhebens und -senkens, des Kopfdrehens, der Seitneigung, des Vorschiebens und Zurückziehens, sowie alle Mischformen dieser Bewegungen verbessert wurden, indem viel Nackenarbeit durch die viel stärkere Muskulatur weiter unten am Rücken abgenommen wurde.

Ich habe auch gelernt, dass die Positionierung des Beckens einen Einfluss auf die Positionierung des Kopfes hat, d.h. wenn der Nacken starr ist, kann eine bessere Positionierung des Beckens diese Starre lösen, da der Nacken dadurch aufgefordert wird, sich anders zu organisieren. Dies gilt ebenso für die ganze Wirbelsäule und den Brustkorb, ja sogar für die Füsse und die gesamte Ausrichtung der Beine. Auch die Beweglichkeit der Hüftgelenke sowie der Schultern spielt eine Rolle. Alle diese Körperteile können bei optimaler Nutzung dazu beitragen, dass der Nacken besser gestützt ist und seine Muskulatur somit einen Teil seiner Spannung loslassen kann. Erst dann kann der Nacken selbst wieder zu seiner ursprünglichen Geschmeidigkeit zurückfinden und die Schmerzen verschwinden. Unnötiger Druck auf Nerven auch.

Solcherlei Zusammenhänge hat mein Körper durch Erfahrung gelernt. Der Prozess des Lernens ist dabei in erster Linie nicht ein verstandesmässiges Erfassen der Zusammenhänge, sondern ein Vorgang, der über die Bewegung zu mehr Bewusstheit führt.

Dank der Feldenkrais Methode® habe ich also ganz neue Bewegungsmöglichkeiten entdeckt und konnte meine alten Bewegungsgewohnheiten nach und nach ablegen. Heute, ca. 15 Jahre nach meinem Unfall funktioniert mein Trizeps wieder bestens. Schmerzen habe ich keine mehr. Nur bei viel Stress muss ich etwas aufpassen: die Nackenmuskulatur verspannt sich dann und der Druck auf die Nerven wird dadurch etwas erhöht. Ich habe so ein Frühwarnsystem, was mir hilft den Stress besser zu erkennen.

Wie schön ist es, schmerzfrei zu leben und dabei eine grosse Bewegungsfreiheit im Nacken und im ganzen Körper zu haben! Wie schön ist es, viele verschiedene Bewegungsmöglichkeiten zur Verfügung zu haben und in jeder Situation die bestmögliche auswählen zu können!

„Ich bin sehr dankbar, dass mich das Leben an diese wunderbare Methode geführt hat.“

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