Kampf gegen die Herbstmüdigkeit mit Ayurveda

Haben Sie das Gefühl, dass Sie, sobald der Herbst eintritt, ständig müde sind und Sie Mühe haben morgens aufzustehen?

So könnte es sein, dass Sie empfindlich auf den Wechsel der Jahreszeit reagieren, die laut Ayurveda die Bioenergie Vata in unserem Körper erhöhen.

Liane Fumagalli ist Ayurveda-Trainerin in ihrer Ayurveda Gesundheitspraxis in Stäfa. Sie gibt Ihnen Tipps für einen Herbst voller Energie.

Warum wir im Herbst müder sind

Im September, wenn die Sonne langsam an Kraft verloren hat, sind wir immer noch vom Pitta dominiert und fühlen uns von der Sonne gewärmt und getragen. Aber sobald es draussen frisch geworden ist, die Temperaturen weiter fallen und das Wetter eher feucht ist, spüren wir die Veränderung in der Bioenergie. Pitta wechselt ins Vata und damit zu den Eigenschaften kalt, rau, trocken und beweglich. Beobachten Sie die Bäume im Herbst, sie ziehen ihre Säfte zurück, sie verlieren ihre Blätter und trocknen aus. Im Herbst erhöht sich das Vata nicht nur in der Natur. Vor allem wir Menschen sind stark betroffen. Das Bedürfnis nach innerer Wärme, z.B. durch Nahrung, wird sofort grösser, denn es beginnt die Zeit der Infektionen, trockener Schleimhäute, trockener Gelenke, Rückenschmerzen, verstärkt kreisender Gedanken und auch der Schlaf ist unter Umständen nicht mehr erholsam und verursacht Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Dem können Sie entgegenwirken durch mehr Ruhe, Gelassenheit, Routine, Ölmasssagen, Yoga und Meditation.

Im Ayurveda empfehlen wir das Vata zu beruhigen, indem wir die Speisen und den Lebensstil entsprechend anpassen. Jetzt sind leicht verdauliche, süsse, leicht salzige, ein bisschen scharfe, leicht flüssige, saftige und nährende Speisen gefragt. Die Verdauung soll etwas angeregt werden und daher ist es wichtig, auch die richtigen Gewürze wie Kreuzkümmel, Nelke, Kardamom, Muskat, Ingwer, Zimt, Anis zu verwenden. Die Gewürze kennen wir ja aus der Weihnachtsbäckerei, sie lassen das Herz hüpfen und erzeugen ein warmes, behagliches Gefühl.

Zur Stärkung des Immunsystems zählt unbedingt Ingwerwasser und zwar täglich. Generell gilt, warme gekochte Speisen, lauwarmes Wasser und natürlich Tee zu bevorzugen. Im Ayurveda ist unterstützend auch Brahmi und Ashwagandha als Nahrungsergänzungsmittel zu empfehlen. Brahmi ist ein wunderbares Gehirnstärkungsmittel, hilft beim Lernen und verbessert die Konzentration.

Ashwagandha wird in der indischen Heilkunde zur Stärkung der Lebenskraft verwendet. Es verleiht innere Ruhe und Stärke, reduziert Angst, steigert Energie, Vitalität und Leistung, ist ein natürliches Aphrodisiakum, verjüngt Körper und Geist und fördert die Langlebigkeit.

Für Menschen mit einem Vata Dosha (üblicherweise Leute mit geringer Stressresistenz, wenig Energiereserven und unerholsamem Schlaf), einer Vata Imbalance (das Wort Störung gefällt mir nicht so gut), ältere Menschen sowie Frauen in den Wechseljahren ist die Vata Jahreszeit eine besondere Herausforderung und es gilt, das Vata unbedingt zu harmonisieren. Das macht den Menschen milde und ausgeglichener.

Wie können Sie dem Herbsteffekt entgegenwirken?

Ayurveda hat einfache Tipps, um die Auswirkungen des Saisonwechsels auf unsere Energie zu begrenzen. Hier die wichtigsten:

  • Energiemanagement:
    • Ruhe, Regelmässigkeit
    • Anspannung und Entspannung ins Gleichgewicht bringen
  • Sattvische Ernährung (qualitativ hohe, gesunde Ernährung)
    • Ghee (geklärte Butter)
    • Vorzugsweise süss, eher flüssig, leicht verdaulich, salzig, ein bisschen scharf, warme Speisen und Getränke zu festen Uhrzeiten.
  • Ayurvedische Routine:
    • Regelmässigkeit, strukturierter Tag mit 1 bis 2 Pausen am Tag
    • Regelmässiger Schlaf
    • Aktivitäten reduzieren, Yoga ist sehr hilfreich
    • Überzogenes Vata trocknet aus. Vata beruhigende Öl-Massagen mit Sesam-Öl glätten Vata
  • Geeignete Sportarten praktizieren:
    • Yoga
    • Nordic Walking
    • Wandern
    • Velofahren
    • Golf
  • Beste Tageszeit für Sport:
    • Anstrengende Sportarten 6 – 10 Uhr
    • Yoga zwischen 16 – 18 Uhr
    • Vata-Zeit ist von 14 – 18 Uhr, daher Yoga, um das Vata zu beruhigen und in der Zeit von 18 – 22 Uhr (Schlafenszeit) um von der „Beruhigung“ zu profitieren.

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