Kinder ausgewogen ernähren: Welches ist die goldene Mitte?

Eltern wissen, dass es nicht immer einfach ist, Kinder ausgewogen zu ernähren und die gute Balance zu finden: Inzwischen kennt man die schädlichen Auswirkungen von Zucker. Soll man Kindern grundsätzlich Süssigkeiten verbieten? Soll man sie zwingen Gemüse zu essen, so dass sie vielleicht später eine totale Aversion dagegen entwickeln? Wie können wir unseren Kindern eine gute Bildung in Sachen Ernährung geben ohne dass es ihnen an etwas fehlt?

Christine Bouguet Joyeux widmet sich der Ernährung und deren Auswirkungen auf die Gesundheit seit ihr Gatte, Professor Joyeux, 1994 sein Buch „Changer d’alimentation“ (Ändern Sie Ihre Ernährung) publizierte und sie mit konkreten Fragen konfrontiert ist.

Ihr letztes Buch „Avec Maminie, je cuisine en chantant pour ma santé!“ (Ich koche und singe mit Maminie für meine Gesundheit) bietet eine unterhaltsame Lösung, um Kinder mit gesundem Kochen vertraut zu machen.

Sie gibt uns in diesem Artikel die wichtigsten Schlüssel zu einer gesunden Ernährung für unsere Kinder.

Heutzutage hört man alles Mögliche über die Ernährung unserer Kinder: von „man soll sie intuitiv essen lassen was sie wollen“ bis hin zu den traditionellen 5 Portionen Obst und Gemüse täglich. Was ist nun der richtige Mittelweg?

Es gibt keine goldene Mitte, sondern Erziehung. Das Baby wird mögen, was seine Mutter während der Schwangerschaft isst. Deshalb ist es so wichtig, dass die Gewohnheiten vor der Zeugung geändert werden!!! Wenn die Mutter viel frisches Obst und Salat und rohes Gemüse isst, wird das Baby es auch mögen, und das ist schon mal geschafft! Die zweite Phase heisst Diversifikation: keine Gläschenkost mit abträglichem Geschmack und ominöser Zusammensetzung!

Welches sind die unentbehrlichen Grundlagen einer gesunden Ernährung für Kinder?

Sie sollte zu 80% aus pflanzlichen Produkten bestehen, das heisst aus frischem Obst und Gemüse sowie Hülsenfrüchten, ab und zu Vollkornzerealien guter Qualität, regelmässig Fisch, einmal die Woche ein wenig Rindfleisch, aber auch Geflügel sowie Bio-Eier guter Qualität oder direkt vom Landwirt. Kaltgepresstes Oliven- und Rapsöl für ihre Fettsäuren. Wasser trinken, nicht chemische oder industrielle Getränke. Bio: Pestizide, Zusatzstoffe und Konservierungsmittel sind sehr störend für das Immun- und das endokrine System. Die Kochzeiten sollten verkürzt und Kochtemperaturen gesenkt werden. Das Beste ist das sanfte und kurze Kochen mit Dampf, das weniger Nährstoffe abbaut und von Pestiziden und Zusatzstoffen befreit. Kinder sollen auch lernen gut zu kauen. Kleinkinder sollten so früh als möglich mit Stücken anfangen.

Was ist mit Kuchen und Süssigkeiten?

Süssigkeiten sollten auf ein Minimum reduziert werden, da sie süchtig machen und ernsthafte Gesundheitsprobleme verursachen. Keine Bonbons, keine Limonaden, nur frischgepresste Säfte. Hausgemachte Kuchen mit Bio-Vollkornmehl. So oft wie möglich „alternative“ Mehle einsetzen, um den nährstoffarme Weizen zu vermeiden. Besonders wertvoll sind Buchweizen, Quinoa und Kastanie. Weisser Reis ist Zucker, es ist besser Vollkorn- und Halbvollkornreis zu verwenden, der reicher an Nährstoffen ist. Das Einkorn, oder „petit épeautre“, ist ein besserer „Weizen“, weil es nicht verändert wurde. Zucker sollte stets Vollzucker sein und nur in kleiner Menge eingesetzt werden. Weniger Zucker hebt den Geschmack stärker hervor. Auch natürlicher, nicht erhitzter Honig kann verwendet werden.

Wie kann man Kindern Lust auf gesunde Ernährung machen?

Indem man ihnen täglich gesunde Nahrungsmittel anbietet, die weniger gekocht wurden. Das entwickelt die Geschmackssinne, gibt ihnen Lust auf Obst und rohes Gemüse und fördert das Kauen, um besser assimilieren zu können.

Kinder sollen kochen, auswählen, probieren, zusehen, riechen. Ich habe für sie ein schönes interaktives Buch geschrieben, das sie zu einer Entdeckungsreise ins Reich der Gesundheit durch die Ernährung mitnimmt. Farben, Geruch, Geschmack und Texturen sprechen sie an! Sie lieben es … und singen!

„Indem man ihnen täglich gesunde Nahrungsmittel anbietet, die weniger gekocht wurden.“

Ihr Tipp wenn ein Kind sich weigert Gemüse zu essen? Wie weit sollte man es zwingen?

Ein wenig Gemüse mit Reis oder Kartoffelpüree auf den Teller, und ein wenig hier und da. Ohne Aufregung und Fragen wie „Hast du keinen Hunger? Nur zwei Löffel.“ Und wenn das Kind sich weigert „naja, du wirst heute Abend besser essen“ und das Dessert wird gestrichen. Dieses sollte aus geschnittenen Früchten, gegebenenfalls mit Zitrone und Honig, bestehen! Dessert bleibt eine Belohnung für eine Anstrengung oder einen Fortschritt.

Das Kind muss auch sehen, was die Erwachsenen essen. Es soll von Zeit zu Zeit am Tisch dabei sein, um die Mimik zu lernen.

Was, wenn unser Kind Fleisch oder Fisch kategorisch ablehnt?

Man sollte es bei Fleisch nicht zwingen, gibt ihm stattdessen ein Ei oder Hühnchen. Bei Fisch sollte man jedoch standhaft bleiben und schon früh ein bisschen davon einführen, gemischt mit Gemüse oder Kartoffeln oder ähnlichem. Sobald die Zähne da sind, ist Diversifikation angesagt: Zuerst in Suppen, dann in Pürees, mit Beimengung von tierischem Eiweiss in kleinen Mengen. Bei zu langem Warten soll man sich über Widerstand nicht wundern.

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