Können Fette gesund sein?

Slavoj Žižek, ein slowenischer Philosoph, beschrieb unsere aktuelle Gesellschaft in folgendem Satz: „In allen Bereichen haben wir zunehmend das Ding ohne sein Wesen. Wir haben Bier ohne Alkohol, Fleisch ohne Fett, Kaffee ohne Koffein – und sogar virtuellen Sex ohne Sex.“ 
Fett ist ein Begriff der in unseren Breitengraden oft negativ belegt ist. Dabei nehmen Fette wichtige Funktionen in unserem Organismus ein. Lassen Sie uns diese genauer anschauen.

Fette dienen der Energiegewinnung, als Reserve, Schutzpolster, sind Bestandteil von Zellmembranen und Ausgangsstoff von Hormonen.

Gesättigte Fette sind fest, ungesättigte flüssig.

Sowohl Fett selbst, wie auch Kohlenhydrate und Eiweisse können als Fett in unseren Körpern gespeichert werden.

Die drei Klassen an Nahrungsfetten

Fette bestehen überwiegend oder ganz aus unpolaren und somit wasserunlöslichen Molekülen. Es gibt drei Klassen, in welche Nahrungsfette eingeteilt werden:

90 % aller Nahrungsfette gehören der Klasse „Triglyceride“ an, welche neben der Glukose der zweite Hauptbrennstoff für unsere Körper ist. Triglyceride dienen hauptsächlich zur Energiegewinnung, wirken jedoch auch als Schutzpolster, die verletzliche Strukturen vor äusseren Einflüssen schützen, aber auch thermisch isolierend wirken. Triglycerid-Speicherfett bietet uns zudem eine über Wochen und Monate ausreichende Ernährungsreserve, sobald die Nahrungszufuhr unzureichend wird.

Cholesterin macht etwa 10 % der Nahrungsfette aus und ist Bestandteil aller Zellmembranen, sowie der Ausgangsstoff für einen Teil unserer Hormone (unter anderem Vitamin D). Obwohl es nicht als Brennstoff verwendet werden kann, nimmt es also durchaus wichtige Funktionen ein und sollte daher nicht leichtfertig verteufelt werden, wie dies oftmals geschieht.

Die letzten in der Bande und nur in geringen Anteilen vorkommend sind Phospholipide. Sie sind beispielsweise in Eiern und Sojabohnen anzutreffen. Sämtliche tierische und auch pflanzliche Membranen bestehen hauptsächlich aus Phospholipiden. Daneben sind sie zusätzlich an einigen weiteren Substanzen beteiligt, wie als Bestandteil von Gallenflüssigkeit.

Gesättigt, Ungesättigt, Omega 3 und 6

Fette lassen sich allerdings auch noch anders unterteilen. Die Begriffe von ungesättigten und gesättigten Fettsäuren, sowie Omega 3 und 6 tauchen auf so mancher Etikette auf. Was es damit auf sich hat?

Der Unterschied zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren lässt sich relativ einfach darstellen: Feste Fette sind gesättigt, flüssige – also Öle — sind ungesättigt. Tierische Fette bestehen überwiegend aus gesättigten Fettsäuren (Beispiel: Butter), wohingegen pflanzliche Fette einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren aufweisen (Olivenöl).
Die Flüssigkeit der Öle kommt durch eine oder mehrere Doppelbindungen zustande – Um doch noch etwas Chemie einzubringen. Diese Bindungen sind jedoch durchaus wandelbar, was sich die Lebensmittelindustrie zu Nutze macht, indem sie für die Fetthärtung Wasserstoff verwendet und so Öl zu Fett macht (Margarine).

Unser Körper kann bis auf zwei Ausnahmen alle Fette selbst aufbauen. So kommt es, dass die Aufnahme der Omega6-Fettsäure Linolsäure und der Alpha-Linolensäure, als Vertreterin der Omega3-Fettsäuren, für uns essentiell ist. Das genaue Auswirkungsgebiet dieser Fettsäuren wird immer noch erforscht, es reicht jedoch vom Einfluss auf Herzkreislauf-Beschwerden bis zu psychisch gesundheitsfördernden Effekten. Speziell in der Schwangerschaft ist eine ausreichende Zufuhr wichtig, da die Plazenta die Versorgung für das Kind sicherstellt und dafür die Speicher der Mutter leert.

Fettspeicherung und Fettabbau

Überflüssig aufgenommene Nahrung wird in der Form von Triglycerid-Speicherfett verwahrt. Dabei ist unser Stoffwechsel so ausgestattet, dass er auch Kohlenhydrate und Eiweisse, welche wir nicht wirklich benötigen, in Fette umwandeln und speichern kann.

Erscheinen uns diese Schutzpolster langsam ein wenig zu arg zu werden, muss der Fettabbau angekurbelt werden. In welchem Grad dieser erfolgt, hängt vom Ausmass der körperlichen Betätigung und dem Energieverbrauch ab. Wichtige Faktoren beim Fettabbau sind unterschiedliche Hormone, welche die Abspaltung der Fettsäuren von Glycerol (welches dann zum Aufbau von Glukose beiträgt) steuern. Die freien Fettsäuren gehen ins Blut über und werden durch die sogenannte Beta-Oxidation weiter zerlegt. Als Endprodukt entsteht, wie übrigens bei fast allem was wir essen, Essigsäure.

Entstehen im Körper besonders große Mengen an Essigsäure, welche die dafür zuständigen Systeme überfordern, binden sich zwei Moleküle zu Ketonkörpern zusammen. Es entsteht eine leichte Übersäuerung. Dazu kommt es, wenn wir so richtig Hunger haben und unser Körper auf große Mengen von Speicherfetten zurückgreifen muss oder bei Diabetikern.
Unser Herz und unser Gehirn nutzen ein Teil dieser entstandenen Ketonkörpern zur Energiegewinnung, was für das Gehirn durchaus ausserordentlich ist. Unter normalen Bedingungen akzeptiert dieses lediglich Glukose als Energielieferant. Im Hungerzustand reagiert also selbst unser Hirn aussergewöhnlich.

Ein Tipp aus der Alternativmedizin:

Simone Rechsteiner-Schwyter von der Praxis Natur- und Chinamed und ausgewiesene Fachfrau in der Traditionell Chinesischen Medizin sowie in Shiatsu, teilt uns mit wie wir Fette ausgewogen in unseren Ernährungsplan integrieren können:

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