Migräne: Komplementärmedizin kann helfen

Es ist als sei der Kopf in einem Schraubstock eingezwängt, der immer fester zugezogen wird, der Schmerz wird so intensiv, dass man erbricht, jeder noch so kleine Lichtstrahl wird zur Qual: All das zeichnet den Alltag von vielen Menschen, die unter Migräne leiden.

Die vielfältigen und sehr individuellen Ursachen machen die Behandlung nicht einfach.

Holistia bat die folgenden vier Experten, die ebenfalls unter Migräne leiden, ihre Erfahrungen zu teilen:

 

  • Isabella Cianciarulo ist Atemtherapeutin und arbeitet in ihrer Praxis Respiri in Zürich. Ihre Familie leidet unter Migräne und sie hat diese Pathologie „geerbt“. Trotzdem wollte sie sich nicht damit abfinden. Sie hat sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und verschiedene Copingstrategien geschaffen, so dass sich die Anfälle auf ein paar wenige beschränken.
  • Svenja Knecht litt unter emotionalen „Wochenend-Migränen“. Ihre über 27-jährige Erfahrung in Therapien von Körper und Geist führte sie zu einem systematischen Ansatz bei der Ausübung von Craniosacral Therapie. Sie empfängt Sie in ihrer Praxis in Yverdon-les-Bains oder in dem „Centre Thérapeutique la Côte“ in Rolle.
  • Sandra Mikhail ist diplomierte Ernährungsberaterin und hat eine genetische Veranlagung zu starken Migränen. Dank eines gesunden Lebensstils, der die Auslöser von früher (Stress und Muskelverspannungen) auf ein Minimum beschränkt, hat sie es geschafft, viele Jahre ohne Migräne zu sein, bis diese vor ungefähr 3 Monaten wiederkehrte, wahrscheinlich aufgrund einer hormonellen Veränderung. Als erfahrene Ernährungsberaterin erkannte sie, dass gewisse Nahrungsmittel und Nahrungsmittelunverträglichkeiten Migräne verursachen können. Sie betreibt gemeinsam mit Lea Nydegger das Wellbeing Center in Zürich.
  • Erich Senn ist Dipl. Gesundheitsberater der Kneipp-Hydrotherapie, Präsident des Kneipp-Vereins Bern und Vorstandsmitglied des Schweizer Kneippverbands. Er gibt regelmässige Kurse über die Anwendung der Kneipp-Methode im Alltag.

Drei Sachen, die Sie aus diesem Artikel mitnehmen sollten:

   Die Auslöser zu finden ist der Schlüssel zur Heilung. Hören Sie nach jeder Migräne auf sich und versuchen Sie zu verstehen, was die Migräne ausgelöst haben könnte: eine reichhaltigere Mahlzeit, hormonelle Veränderung, das Tragen eines Helms, bestimmte Lichtquellen. Das kann sich mit der Zeit ändern.

Akupunktur ist nicht der alleinige Weg, um Migräne zu heilen: Ernährung, Atemtechniken und Craniosacral Therapie sind auch eine gute Hilfe.

   Um nicht in den Teufelskreis der „Furcht vor Migräne“ zu geraten (Angst vor dem Schmerz, der kommen wird, was schliesslich noch mehr Schmerzen verursacht), versuchen Sie doch diese einfache alternative Atemtechnik: Schliessen Sie die Augen. Halten Sie das rechte Nasenloch mit dem rechten Daumen zu. Atmen Sie durch das linke Nasenloch drei bis vier Sekunden ein. Halten Sie nun mit dem rechten Ringfinger das linke Nasenloch zu. Atmen Sie durch das rechte sechs bis acht Sekunden aus. Zur Entspannung bei akuten Kopfschmerzen führen Sie diese Übung drei Minuten lang durch.

Welches sind die Gründe für Migräne?

Isabella Cianciarulo: Stress, verschiedene Spannungszustände, Schlafmangel, eine unstete Lebensweise, der Monatszyklus bei Frauen, aber auch äussere Einflüsse wie Reizüberflutung, unregelmässige Mahlzeiten, Hungern usw. können typische Auslöser (sogenannte Trigger) für einen Anfall sein. In der alternativen Schmerztherapie findet die Atemtherapie immer öfter und erfolgreich Anwendung. Diese Methode setzt nicht nur auf der körperlichen, sondern auch auf der seelischen und sozialen Ebene des Betroffenen an. Nach Erlernen einfacher Techniken (verschiedene Atem-, Körper- und Entspannungsübungen) und durch das Identifizieren der eigenen Trigger können die Klienten mit der Zeit viel besser mit ihren Anfällen umgehen. Auch die Angst vor dem nächsten Anfall kann gemindert oder ganz aufgelöst und der langwierige Teufelskreis von Schmerz und Angst durchbrochen werden.

Svenja Knecht: Die Ursachen von Migräne sind nicht recht bekannt. Physiologisch sprechen wir von einem vaskulären und neurologischen Prozess, der den Schmerz während einer Krise erklärt. Es wird eine erhöhte Aktivierung der Neuronen in bestimmten Hirnarealen beobachtet, welche Neuropeptide befreien und durch den Trigeminus (Hirnnerven) zu einer Vasodilatation der Hirnhaut und einer neuronalen Entzündung führen. Derzeit kennen wir den Grund für diesen Prozess nicht. Es ist jedoch bekannt, dass mehrere Faktoren eine Rolle bei der Auslösung einer Migräne spielen. Die häufigsten Faktoren sind: Atmosphärischer Druck, Stress, hormonelle Veränderungen, spezifische Reize (z.B. Licht), bestimmte Nahrungsmittel, intensives Training, Dehydrierung, Hunger, Fasten, Hypoglykämie, Schlafmangel, gewisse Medikamente, Emotionen, Gerüche und vieles mehr. In der Craniosacral Therapie suchen wir im craniosacralen System (Verbindung von Schädel, Kreuzbein, Hirnhaut und Hirnflüssigkeit) mögliche Ursachen und Fehlfunktionen, die für das Auftreten der Migräne verantwortlich sind. So hat man einen alten Sturz vielleicht schon vergessen, genau wie ein Schleudertrauma, eine Geburt mit Saugnapf oder Kaiserschnitt, ein psychisches Trauma, ein angespanntes oder blockiertes Genick oder Kiefer, verklebte Schädelnähte, eine schlechte Haltung z.B. vor dem Computer, Rückenschmerzen, verstopfte Nebenhöhlen usw. Sie alle haben einen direkten Einfluss auf das Funktionieren unseres Nervensystems, auf die Blutgefässe in der Schädelhöhle und auf die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit.

Erich Senn: Es gibt unterschiedliche Ursachen, die Kopfschmerzen oder Migräne auslösen. Genauso sind die Symptome und der Verlauf verschieden. Daher ist der Kopfschmerz oder die Migräne diagnostisch und therapeutisch nicht leicht anzugehen. Migräne kann durch Stress und Überlastung im Beruf und in der Familie (alles unter einen Hut bringen!), Wetterumschläge, Schlafmangel, Emotionen, Konflikte etc. verursacht werden.

Sandra Mikhail: Es ist wichtig zu beachten, dass jede Person ihre eigenen Auslöser identifizieren kann. Stress, Schlafentzug, Kopfverletzungen und Müdigkeit sind einige der Faktoren, die Kopfschmerzen auslösen können, aber gewisse Nahrungsmittel und Ernährungsgewohnheiten können auch verantwortlich sein. Aus ernährungsphysiologischer Sicht gibt es einen sogenannten neurovaskulären und neurochemischen Mechanismus, der mit Migräne assoziiert ist. Es ist bekannt, dass manche ernährungsbedingte Auslöser diesen Mechanismus direkt oder indirekt über andere Ursachen aktivieren, die Ihre Symptome auslösen können. Die bekannten potenziellen Auslöser für Migräneattacken sind:

    • Lebensmittelzusatzstoffe, MNG
    • Koffein
    • Alter/reifer Käse (Gorgonzola, Blauschimmelkäse, Parmesan sind einige davon)
    • Zitrusfrüchte
    • Geräuchertes und verarbeitetes Fleisch
    • Schokolade
    • Essiggurken und in Essig eingelegte Speisen
    • Konserven wie z.B. Bohnen
    • Oliven
    • Alkohol
    • Sulfite, Nitrite
    • Aspartam

Man kann sagen, dass Tyramin, Histamin, Phenylethylamin und Octopamin die hauptsächlichen Chemikalien sind, die Migräne auslösen und alle können in den oben aufgeführten Lebensmitteln gefunden werden. Mononatriumglutamat (MNG) und Nitrite sind ebenfalls häufig die Schuldigen.

Wie kann Ihre Methode helfen?

Erich Senn: Wir empfehlen verschiedene Anwendungen, die individuell wirken. Sicher ist auch der Zeitpunkt der Anwendung für den Erfolg massgebend.

  1. Muskelentspannend wirkt die heisse Rolle, Dampfkompresse auf dem Nacken oder die Lenden, ebenso der heisse Nacken- oder Lumbalguss. Oder, nach eigenem Empfinden und Bedürfnis, eventuell die kalte Auflage auf die Stirne oder den Nacken. Trinken Sie beruhigenden Tee aus Melisse, Kamille, Steinklee oder Verveine, eventuell mit Zugabe von Pestwurz- oder Baldriantropfen. Bei krampfhaften Kopfschmerzen empfiehlt Sebastian Kneipp heissen Anserinetee schluckweise zu trinken, der gut mit Fenchel und Anis kombiniert und mit einer heissen Auflage von Anserine auf den Nacken oder die Lenden gelegt werden kann.
  2. Wenn die Kopfschmerzen durch Blutandrang zum Kopf auftreten, können folgende Anwendungen eine Linderung bringen: Ableitend wirkt das kalte Armbad, das kalte Fussbad, das Wassertreten, der Knieguss, die Unterkörperwaschung oder das Taulaufen sowie Schafgarben- oder Pfefferminztee.
  3. Frische Luft, Zimmer gut lüften. Dumpfe, trockene Heizungsluft in den Räumen ist oft sauerstoffarm und häufig ein Grund für Kopfschmerzen. Entspannungsübungen, Ruhe, Genussmittel einschränken oder meiden, Abwehrkraft stärken mit Kneippen.

Das kalte Armbad

Die Tasse Kaffee der Naturheilkunde: beruhigt das Herz und regt den Geist an.

Das kalte Armbad wird vor allem geschätzt als Linderungsmittel bei unruhiger Herztätigkeit, als Ableitung bei Kopf¬schmerzen und zur Anre¬gung der Blutzirkulation. Beste Anwendungszeit sind die frühen Nachmittagsstunden. Es darf auch nach dem Essen gemacht werden. Sehr beliebt ist es auf Wanderungen, um die Hitze im Kopfbereich abzuleiten.

Technik

Nicht mit kalten Händen ins kalte Wasser! Vorher erwärmen.

Für das Armbad benützt man die Armbadewanne in Brusthöhe, so dass eine möglichst aufrechte Haltung des Körpers möglich ist. Aber auch andere Gefässe und das Lavabo im Badezimmer sind dazu geeignet. Die Wanne muss tief genug sein, da die Arme bis zur Mitte der Oberarme eingetaucht werden. An den Armen verträgt man relativ kühle Temperaturen.

Temperatur

Brunnenfrisch, so kalt wie möglich. Erst den rechten, dann den linken Arm mit der Hand voraus bis Mitte Oberarm eintauchen, leicht bewegen.

Dauer

6-30 Sekunden – je nach Verträglichkeit. Bis zum Eintritt des Kälteschmerzes oder des Wärmegefühls.

Danach

Nicht abtrocknen, für Wiedererwärmung Arme bekleiden oder bewegen.

Wirkung

Erfrischend, blutdruckregulierend, durchblutungsfördernd

Zu empfehlen bei

– körperlicher und geistiger Müdigkeit, Kopfschmerzen

– nervöser Herztätigkeit, kräftigt die Herzmuskulatur

Nicht anzuwenden bei Angina pectoris!

 

Quelle: Kneipps Gesundheitsquellen und Naturapotheke von Resi Meier

Isabella Cianciarulo: Das gemeinsame Abklären der individuellen Trigger ist ein erster Schritt, das Führen eines Migränetagebuches ein zweiter. Das Anwenden verschiedener einfacher Übungen auch in schmerzfreien Zeiten und die achtsame Selbstwahrnehmung helfen den Klienten im Vorfeld, einen drohenden Migräneanfall zu lindern oder ganz zu verhindern. Nach dem Erlernen verschiedener Atem- und Entspannungstechniken können diese ganz einfach im Alltag umgesetzt werden und in vielen Situationen eine wertvolle Hilfe sein.

Migräne sanft lindern

Mit der einfachen Wechselatmung versorgen Sie das Gehirn mit mehr Sauerstoff. Schliessen Sie die Augen. Halten Sie das rechte Nasenloch mit dem rechten Daumen zu. Atmen Sie durch das linke Nasenloch drei bis vier Sekunden ein. Halten Sie nun mit dem rechten Ringfinger das linke Nasenloch zu. Atmen Sie durch das rechte sechs bis acht Sekunden aus. Zur Entspannung bei akuten Kopfschmerzen führen Sie diese Übung drei Minuten lang durch.

Entspannende Atmung

Setzen Sie sich aufrecht hin. Atmen Sie möglichst die ganze Luft in Ihren Lungen aus. Pressen Sie Ihr Kinn anschliessend fest gegen das Brustbein und halten Sie für zwei Sekunden den Atem an. Heben Sie danach den Kopf wieder an und atmen Sie langsam und tief ein. Machen Sie das 3-4 Mal, legen Sie eine Pause ein und wiederholen Sie diese Übung nach ca. 10-15 Minuten.

Sandra Mikhail: Gibt Ihre Migräne Anzeichen für eine Intoleranz auf Lebensmittelchemikalien, müssen wir Diätberater Detektivarbeit leisten. Die Diagnose einer Nahrungsmittelintoleranz ist schwierig, da es keine zuverlässigen Bluttests gibt, die eine definitive Diagnose bieten. Eine Eliminationsdiät kann notwendig sein, nicht nur um Auslöser zu bestimmen, sondern auch um den Schwellenwert festzustellen, d.h. wieviel von einem bestimmten Nahrungsmittel Sie konsumieren können, bevor es Ihre Symptome auslöst. Einfach gesagt, sollte die Vermeidung der potenziellen Auslöser für ein paar Wochen Abhilfe schaffen, bevor die Wiedereinführungsphase beginnt, um genaue Auslöser und die Intoleranzschwelle zu identifizieren.

Svenja Knecht: Mit einem sehr sanften, kaum wahrnehmbaren und nicht-invasiven Berühren hört der Therapeut auf das craniosacrale System und sucht zunächst nach Einschränkungen und Spannungen bei Haut und Knochen, die den freien Fluss von Blut und Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit verhindern. Der Therapeut „begleitet“ diese Spannungen und Einschränkungen in ihrer Ausdrucksform und eröffnet dem Patienten ein neues Raumgefühl und die Möglichkeit Spannungen freizusetzen. Mittels guter anatomischer Kenntnisse können Spannungen oder durch einen komprimierten Nerv bedingten neuralgischen Schmerzen ausgesetzte Störungsstellen ausfindig gemacht werden. Danach gibt der Therapeut mit minimaler, kaum spürbarer Manipulierung präzise Impulse, um es dem craniosacralen System zu ermöglichen, zu seiner vollen und freien Funktionsfähigkeit zurückzufinden.
Im biodynamischen Therapieansatz werden andere körpereigene Rhythmen miteinbezogen, die das für Migräne verantwortliche System selbst regulieren. Die Wirkung auf das craniosacrale System bewirkt eine tiefe Entspannung und ermöglicht dem Organismus, sich grundlegend neu auszurichten und zu regenerieren. Wenn die Migräne ihre Ursache in Emotionen hat, löst diese Neuausrichtung die Erinnerung der auf der zellulären Ebene erhaltenen Emotionen auf. Je nach Intensität des Traumas kann eine somatisch-emotionale Arbeit nützlich sein, um den Prozess zu unterstützen.

Wie viele Sitzungen sind notwendig?

Sandra Mikhail: Für jede Veränderung sind Konsistenz und Disziplin angesagt. Normalerweise sollten sich Ihre Symptome nach einer einfachen Eliminationsdiät während 3 bis 6 Wochen deutlich klären oder abnehmen. Sollte dies nicht der Fall sein, so kann eine strengere Eliminationsdiät notwendig sein.

Isabella Cianciarulo: Es bedarf sicherlich eines bewussten Umdenkens und Wahrnehmens der gegebenen Situation. „Was kann ich tun, damit es mir besser geht? Welches sind meine Ressourcen und was muss oder kann ich in meinem Leben ändern?“ Die Übungen sollten regelmässig ausgeführt werden, eine gewisse Lebens- und Ernährungsumstellung gehört auch dazu. Nach ein bis zwei Monaten ist aber meist eine erste Besserung wahrzunehmen und auch die Angst vor dem nächsten Anfall kann nach 3 bis 4 Sitzungen stark reduziert werden.

Svenja Knecht: Es hängt von der Art der Migräne ab, der Reaktion des Patienten auf die Behandlung und wie lange die Pathologie existiert hat. Im Allgemeinen setze ich drei zeitlich naheliegende Sitzungen fest und dann wird eine erste Bewertung vorgenommen, um zu sehen, ob eine Veränderung eingetreten ist, auch wenn sie noch so klein ist. Darüber hinaus ist es die erreichte Verbesserung der Lebensqualität, die die passende Anzahl und Häufigkeit der Sitzungen bestimmt. In bestimmten Situationen wurde schon nach wenigen Sitzungen eine deutliche Verbesserung oder ein vollständiges Verschwinden der Symptome beobachtet.

Erich Senn: Für die verschiedenen Anwendungen gibt es auch unterschiedliche Zeiten. Wenn eine Anwendung kein Ergebnis zeigt, muss man es mit einer anderen Anwendung versuchen. So unterschiedlich wie die Menschen sind, so unterschiedlich sind die Reaktionen auf die verschiedenen Anwendungen.

Kann man Migräne vorbeugen?

Isabella Cianciarulo: Wenn man eine Prädisposition für Migräneanfälle hat, wird man mit höchster Wahrscheinlichkeit die Attacken nicht ganz verhindern, aber sehr stark reduzieren können, sodass verloren gegangene Lebensfreude und -qualität wieder zurückerlangt werden.

Erich Senn: Wer eine Migräneattacke frühzeitig erkennt und in der Lage ist, mit einer vertrauten Anwendung entgegenzuwirken, kann den Anfall verhindern oder zumindest verringern.

Svenja Knecht: Die beste Vorbeugung ist, seinen eigenen Körper zu kennen. Dafür muss man sich manchmal ein wenig abtasten, um die Auslöser zu finden. In der Regel gibt es mehrere gleichzeitig. Ist man beispielsweise gestresst, neigt man dazu, mehr Schokolade zu essen, die Leber wird überladen und der Körper kann auf diese zwei Faktoren durch einen Migräneanfall reagieren. Die Wochenend-Migräne wird durch eine radikale Veränderung ausgelöst: Wir laufen die ganze Woche und die plötzliche Rhythmuslockerung löst eine Krise aus. Strategien müssen gefunden werden, um diese Faktoren zu kontrollieren. Ich litt selbst an höllischer Wochenend-Migräne. Sie war allerdings nicht auf Stress zurückzuführen, sondern auf eine emotionale Situation. Ich lebte in einer fremden Stadt, wo ich niemanden kannte und an den Wochenenden fühlte ich mich einsam. Also fand mein Körper diese Antwort, damit ich mich nicht einsam fühlte. An dem Tag, an dem ich in eine andere Stadt umgezogen bin, war meine Migräne weg! Craniosacral gesehen sollte eine vorbeugende Behandlung in Intervallen nach Bedarf durchgeführt werden. Da die Behandlung sehr angenehm ist, kann man von viele anderen Vorteilen profitieren.

Sandra Mikhail: Ist die Migräne auf Ernährung zurückzuführen, dann ja, es sei denn, Sie konsumieren Ihren Auslöser unbewusst. Wie bereits erwähnt, gibt es eine Reihe von Faktoren, die Ihre Migräne beeinflussen können. Sowohl Prävention als auch Behandlung sollten einen ganzheitlichen Ansatz bilden, der Ihren emotionalen, physischen und Ernährungszustand berücksichtigt. Einige Präventionsmethoden umfassen auch bestimmte Medikamente, aber der Entscheid, welcher Ansatz am besten funktioniert, obliegt Ihrem Arzt. Ich persönlich fand, dass Meditation und regelmässiges Krafttraining und Yoga dazu beigetragen haben, die Häufigkeit meiner Migräne signifikant zu reduzieren. Ich habe jedoch bei prämenstruellen Symptomen auch auf Medikamente zurückgegriffen, um die Intensität der Migräne zu reduzieren.

Die physiologische Ursache des Problems aus Sicht der traditionellen Medizin von Dr. med. Fritz Grossenbacher, Mediscope:

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Kopfschmerzen kennt wohl jeder. Sie können auf eine Kopfhälfte beschränkt sein oder beidseitig auftreten. Der Schmerzcharakter wird unterschiedlich als dumpf, drückend, pulsierend oder stechend beschrieben. Es gibt verschiedene Ursachen für Kopfschmerzen. Grippe, Fieber, Erkältung, aber auch Sehstörungen, Nackenverspannungen oder ein hoher Blutdruck können Kopfschmerzen verursachen. Am häufigsten ist der sogenannte Spannungskopfschmerz, bei dem keine eigentliche Ursache für den Schmerz gefunden werden kann. Vermutet wird, dass Erweiterungen der Gefässe im Hirn zum Spannungskopfschmerz führen. Spannungskopfschmerzen sind meist beidseitig, dumpf oder drückend. Auslöser sind häufig Stress, Schlafmangel oder Alkoholkonsum. Wenn Spannungskopfschmerzen an mehr als 15 Tagen innerhalb von 3 Monaten auftreten, spricht man von chronischen Kopfschmerzen. Eine spezielle Form von Kopfschmerzen sind Migräne-Kopfschmerzen. Dabei handelt es sich um ein eigenständiges Krankheitsbild mit einseitigen, intensiven Kopfschmerzanfällen. Häufig begleitet von Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit und Sehstörungen.

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