Schlafstörungen – welche Hilfe der Komplementärmedizin?

Gemäss einer Statistik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden ca. 30 Prozent der Erwachsenen an Schlafstörungen.

Was tun, wenn der Schlaf nicht kommt und Sie sich im Bett im Kreis drehen? Oder wie kann man das Aufwachen in der Nacht minimieren, um endlich zu einem erholsamen Schlaf zu finden? Wie kann man den Teufelskreis des Schlafentzuges stoppen?

Holistia stellte den folgenden drei Expertinnen die Frage :

 

  • Verena Barbara Gohl, Atemtherapeutin, Komplementärtherapeutin OdA KT hat für den Verband AFS die Frage beantwortet. Sie erklärt uns wie die Atemtherapie eine effiziente Methode für Schlafstörungen ist. Der Atemfachverband Schweiz AFS wurde 2008 gegründet und vertritt die berufspolitischen und berufsständischen Interessen seiner Mitglieder gegenüber der Öffentlichkeit und dem Gesundheitswesen.
  • Nathalie Fretz ist seit 2007 als dipl. TCM Therapeutin tätig und hat ihre eigene Praxis in Zürich-Wiedikon. Sie hat ihre TCM-Ausbildung bei der renommierten Schule für Traditionelle Chinesische Medizin Jim Skoien in Zürich absolviert.
  • Susanne Fischer führt ihre eigene Naturheilpraxis Pura Vida in Oftringen. Mit ihrer Ausbildungen in Akupunktur, Ernährung nach TCM und Shiatsu an der Heilpraktikerschule in Luzern sowie Bioresonanz-Ausbildung bei Regumed ist es ihre Leidenschaft Menschen zu begleiten, sie zu unterstützen und ihnen zu helfen, ihre Beschwerden loszuwerden.

In diesem Artikel gehen die drei Expertinnen genauer auf ihre Methoden ein und geben ihre Erfahrungen weiter.

Drei Dinge, die Sie sich aus diesem Artikel merken sollten:

Es gibt so viel Gründe für Schlafstörungen wie Menschen.

Gemäss TCM-Medizin gehört der Tag zu Yang und die Nacht und die Ruhe sind Yin. Ein guter Schlaf bedeutet also dass Yin und Yang in einem harmonischen Verhältnis stehen. Bei der Diagnose wird aufgedeckt ob es sich um eine Leere von Yin (zu wenig von etwas) oder einen Fülle von Yang (zu viel von etwas) handelt.

Schlafstörungen betreffen mehr Frauen als Männer, denn sie erleben viele Hormonwechsel in ihrem Leben (Frauenzyklus, Wechseljahre, Hitzewallungen…).

Welche sind die Gründe für Schlafstörungen?

Susanne Fischer : Die Gründe für Schlafstörungen können vielschichtig sein und bereits bei Kindern festgestellt werden. Schlafstörungen sind ein weitverbreitetes Problem und betreffen mehr Frauen als Männer. Elektrosmog, Reizüberflutungen, Stress, Hormone, Wechseljahre, Hitzewallungen, unregelmässige Arbeitszeiten wie zum Beispiel Schichtarbeit, soziale Umstände, Gedankenkreisen aber natürlich auch körperliche Beschwerden können den Schlaf rauben und somit das Immunsystem schwächen. Denn zu wenig Schlaf schwächt den Körper und die Leistungsfähigkeit nimmt ab.

Atemfachverband Schweiz AFS : Gründe für Schlafstörungen gibt es vermutlich so viele wie es Menschen gibt: Sorgen, Gedankenkreisen, Ängste, Spannungen, Nervosität, Reizüberflutung, Stress, aber auch körperliche Beschwerden wie chronische Schmerzen, hormonelles Ungleichgewicht, vegetative Dystonie, Herzrhythmusstörungen, Asthma, Schilddrüsenüberfunktion; ebenso soziale Umstände, wie Betreuung kleiner Kinder oder betagter Angehöriger, Beziehungsprobleme, Belastung am Arbeitsplatz, Überverantwortung… etc.

Nathalie Fretz : Schlafstörungen beeinflussen unser Wohlbefinden und unser Alltagsleben. Schlafstörungen sind heutzutage weit verbreitet. Der Begriff Schlafstörung (Insomnie) bezeichnet die Beeinträchtigung des Schlafes aus unterschiedlichen Gründen. Dabei unterscheidet man drei Formen:

Einschlafschwierigkeiten :

Eine Einschlafzeit bis zu 30 Minuten gilt als normal. Wer unter Einschlafschwierigkeiten leidet, braucht ergo viel länger, d.h. Betroffene brauchen in der Regel eine bis mehrere Stunden oder bleiben sogar die ganze Nacht wach.

Durchschlafstörungen:

Die Betroffenen haben einen unruhigen, oberflächlichen Schlaf (Qualität). Sie wachen in der Nacht häufig auf, können jedoch meistens wieder einschlafen. Die effektive Schlafzeit ist dadurch aber nicht ausreichend, weswegen sich die Betroffenen am Morgen nicht erholt fühlen.

Zu frühes Aufwachen:

Die Betroffenen wachen sehr früh am Morgen auf (Quantität) und haben Mühe, wieder einzuschlafen. Dies ist eine typische Erscheinung bei älteren Menschen.

Wie kann Ihre Methode helfen ?

Atemfachverband Schweiz AFS : Im Gespräch wird die ganze Situation des Menschen angeschaut. Während des Dialogs nimmt die Therapeutin alles auf, was ihr entgegenkommt: Atemmuster, Körperhaltung, Stimmfärbungen, Spannungen, sowie den ganzen Inhalt der persönlichen Situation. Der Mensch soll sich gehört fühlen und spüren, dass er in seiner Eigenart angenommen wird.
Wie der Schlaf ist auch der natürlich zugelassene Atem im Grunde nicht steuerbar, sondern ein ewiges Kommen und Gehen. Gerade deshalb eignet sich Atemtherapie ausgesprochen bei Schlafstörungen. Über Körperempfindungsarbeit und Atemübungen, sowie unter den behandelnden Händen der Therapeutin auf der Liege lernt der Mensch, dem inneren Fluss zu vertrauen und mehr und mehr Sicherheit zu erhalten. Er lernt seinen Körper als sicheres Heim kennen, in welchem er sich entspannen und dem Schlaf überlassen darf.
Die Übungen, die den Klienten mitgegeben werden, sollen regelmässig Zuhause geübt werden, auch Hinweise für den Alltag z.B. am Arbeitsplatz, die Atem und Körper in die Wahrnehmung bringen und zu Wohlbefinden oder Entspannung verhelfen, sind sehr hilfreich.

Susanne Fischer : Mit der Methode Bioresonanz werden Störfaktoren gemessen, die den Körper ins Ungleichgewicht bringen. Narben, Organe, Lebensmittel, Mykosen, Pilze, Pollen usw. werden dabei ausgetestet. Bei Störungen können diese den Körper massiv belasten. Er reagiert dann mit verschiedenen Symptomen wie zum Beispiel Schlafstörungen. Die Fehlinformationen im Körper, welche mit der Testung ausgewertet werden, können mit einer Tiefenfrequenz, welche das Bioresonanzgerät bietet, in einem kibernetischen Kreislauf zwischen Klient und Gerät wieder richtiggestellt werden. Das Bioresonanzgerät verfügt über 500 gespeicherte Krankheitsbilder. Es werden Informationen seitens des Klienten (Speichel, Blut, Urin, Haare etc.) in eine Eingangswabe des Gerätes eingelesen. Weiter wird das entsprechend passende Programm gewählt. Der Klient wird nun noch mit einer Elektrode verbunden. Diese völlig schmerzfreie und dennoch sehr effiziente Methode der Tiefenfrequenz regt den Körper zur Reorganisation an. Die Resultate sind verblüffend. Schwingungen, welche durch das Bioresonanzprinzip im Körper wirken, bringen mit Behandlung der vorliegenden Beschwerden den Körper wieder ins Gleichgewicht und dies völlig schmerzfrei. Unser Körper ist auf Selbstheilung programmiert. Die Bioresonanz unterstützt diese Selbstheilungskräfte in der Tiefe des Körpers.

Nathalie Fretz : Gemäss dem Verständnis nach TCM gehört der Tag und die Aktivität zu Yang, die Nacht und die Ruhe zu Yin. Gesundheit bedeutet also, dass Yin und Yang (und Qi=Energie) in einem harmonischen Zustand sind. Ist dies nicht der Fall, können Schlafstörungen auftreten. Die wichtigste Unterscheidung bei der Diagnose ist, ob es sich um einen Fülle- oder Leere-Zustand handelt. Fülle bedeutet in der TCM ganz allgemein gesprochen ‚zu viel von etwas’ und Leere ‚zu wenig von etwas’. Ich erwähne in der Folge nun je eine Musterdifferenzierungen für einen Fülle- und einen Leere-Zustand :

Leber-Qi-Stagnation (Fülle-Zustand) :

Eine sehr häufige Ursache ist die sogenannte Leber-Qi-Stagnation. Der Funktionskreis Leber (Gan) ist für den freien Fluss der Energie (Qi) verantwortlich. Wenn das Qi hier nicht frei fliesst, können Stress, Spannung, Muskelverspannung, Druck und Ärger auftreten. Energetisch wird es dann auf Höhe des Leber-Organs eng und das Qi kann nicht mehr absinken. Das ganze Qi bleibt also in der Brust und im Kopf. Dies führt dann zur Unruhe und im äussersten Fall zu Schlafstörungen, weil sich zu viel Energie im Kopfbereich befindet.

Blut-Leere (Leere-Zustand) :

Unter einer Blut-Leere (Xue Xu) verstehen wir eine energetische Leere des Blutes, welche nicht mit einer Anämie per se einhergehen muss. Das Blut ist in der TCM eine besondere Substanz, denn in ihm wohnt der Shen (Geist). In der TCM versucht man das in Bildern oder Geschichten so zu erklären: In der Nacht badet Shen in einer Badewanne voller Blut. Bei einer Blut-Leere wird diese aber nicht ganz gefüllt und Shen sitzt halb bedeckt, frierend und sehr unentspannt und wach in der Badewanne. Und wenn unser Geist-Shen nicht entspannt und ruhig ist, schlafen wir nicht.
Es gibt noch weitere Musterdifferenzierungen, welche ich hier nicht erwähne, weil es sonst den Rahmen des Artikels sprengen würde.

Wie viele Sitzungen sind notwendig ?

Atemfachverband Schweiz AFS : Nach 3- 5 Sitzungen können schon wesentliche Verbesserungen festgestellt werden, nach 10 Sitzungen kann das Problem unter Umständen behoben sein. Sollten sich unter den Schlafstörungen tiefere seelische Probleme, wie Traumata oder unerträgliche Lebenssituationen verbergen, braucht es eine viel längere und konstante Therapiephase, deren Ende nicht vorhersehbar ist.

Nathalie Fretz : Schlafstörungen können effektiv und vor allem nebenwirkungsarm mit der TCM behandelt werden. Durch eine ausführliche Befragung (Anamnese) des Betroffenen wird das Muster nach TCM ersichtlich und daraus resultiert dann auch die entsprechende Behandlung. Die am häufigsten angewandten Methoden sind in der Regel Akupunktur und Phytotherapie (chinesische Kräutertherapie).
Grundsätzlich gilt, dass bei der Behandlung von Fülle-Mustern erste Erfolge schon nach wenigen Wochen erzielt werden können, wohingegen Leere-Muster etwas mehr Zeit benötigen.

Susanne Fischer: In der Regel sind 8-10 Sitzungen notwendig, um ein messbares Resultat zu erlangen. Dies hängt jedoch vom Beschwerdegrad ab und natürlich auch von der Kooperation des Klienten. Es kann sein, dass Folgebehandlungen notwendig werden, weil das sogenannte überlaufende Fass geleert werden muss.