Wiederaufnahme von Sport nach einer Verletzung: auf seinen Körper hören

Wenn man Sport liebt, ist es nicht immer einfach, auf seinen Körper zu hören und ihm Zeit zu geben, sich nach einer Verletzung zu erholen.

Xenia Stutz ist Sporttrainerin, Yogalehrerin und Botschafterin des Live Life Zürich. Sie musste im Mai 2017 eine Knieoperation durchführen lassen und hat diese Phase selbst durchgemacht.

Hier sind ihre Tipps für einen reibungslosen Trainingseinstieg:

Sport begleitet Ihr Leben: Sie sind Yogalehrerin, Instruktorin für Nordic Walking und deepWORK, mit einer Sportausbildung an der ETH Zürich und hatten im letzten Mai einer Knieoperation wegen einem Innenband- und vorderem Kreuzbandriss. Wie haben Sie sich gefühlt?

Ja das stimmt. Im ersten Moment konnte ich es kaum glauben. Ich wusste nicht wie mir geschah, als ich die Diagnose erhielt. Aber ehrlich gesagt, hatte ich’s mir viel schlimmer vorgestellt 🙂 Ich glaube, es wäre sogar schlimmer gewesen, wenn ich eine kurzfristigere Diagnose erhalten hätte. Dadurch, dass die Diagnose so langfristig war, musste ich mich damit arrangieren. Ich konnte ja nicht 6 Monate auf der Couch versauern. Nein, das konnte ich wirklich nicht – mir zu liebe nicht, aber auch meinem Freund zu liebe nicht. Also habe ich mich zusammengerissen und mich versucht anders zu beschäftigen. Soll ich Ihnen was sagen? Ich liebe ja Sport, aber es gibt so viele andere tolle Dinge, die man auch noch machen kann. Ich glaube, ich werde zukünftig ein Zeitproblem bekommen.

Haben Sie Hilfe der Komplementärmedizin gesucht um die Genesung zu unterstützen?

Nach meiner Operation habe ich, wann immer es ging, auf Schmerzmittel verzichtet und stattdessen auf homöopathische Kügelchen gesetzt unter anderem auf Arnika. Ich fühle mich in meiner Physiotherapie so gut begleitet und unterstützt, dass ich bis jetzt noch nicht das Gefühl hatte, meine Genesung noch zusätzlich unterstützen zu müssen.

Haben Sie sonst die Komplementärmedizin schon benutzt?

Meine Akupunkteurin ist immer meine erste Anlaufstelle. Ich nutze die Akupunktur für meine angespannten Muskeln. Ich habe trotz Yoga einen sehr hohen Muskeltonus, vor allem in den Waden. Man könnte meinen, ich gehe nur mit angespannten Waden durchs Leben – auch auf dem Sofa 🙂 Mit Hilfe der Akupunktur schaff ich es, meine Muskeln wieder zu lockern und so etwas entspannter durch die Strassen zu hüpfen.

„Meine Akupunkteurin ist immer meine erste Anlaufstelle.“

Was haben Sie gemacht um das Warten bis Sie wieder Sport machen können, besser zu erleben?

Wie gesagt, auf der Couch versauern wollte ich nicht. Deshalb habe ich mir andere Beschäftigungen gesucht. Zu Beginn der Verletzung habe ich viel gelesen – hauptsächlich Thriller und Krimis oder wissenschaftliche Bücher zum Thema Sport und Ernährung. Je mobiler ich wurde, desto aktiver wurde ich und stürzte unsere Küche in ein regelrechtes Chaos : Frühstück, Hauptspeisen oder Desserts – ganz egal – alles wurde ausprobiert und anschließend dokumentiert und fotografiert.

Was machen Sie wenn Ihr Körper nicht mitmachen will?

Mit Schmerzen will dir dein Körper sagen, dass irgendetwas nicht stimmt, dass du zu viel oder das Falsche gemacht hast. Früher hat mein Kopf meist über meinen Körper gesiegt. Ich bin trotzdem los und hab meine Trainingseinheiten so durchgezogen, wie sie geplant waren. Heute ist das anders. Seit meiner Verletzung fällt es mir einfacher auf meinen Körper zu hören. Das Training muss nicht zwingend abgesagt werden, aber vielleicht mal variiert werden. Vielleicht statt einer weiteren Joggingrunde lieber eine entspannende Yogasession machen. Ich denke dein Körper wird dir dankbar sein und du wirst, langfristig gesehen, mehr Erfolg erzielen.

„Dein Körper wird dir dankbar sein und du wirst, langfristig gesehen, mehr Erfolg erzielen“

Sie veröffentlichen jetzt jeden Sonntagabend um 19 Uhr ein 30 minütiges Workout #jetztlegenwirlos. Was ist Ihr Ziel damit?

Ich habe von vielen Seiten immer wieder gehört: „Ah, jetzt könnte ich ja eigentlich gleich mit dir anfangen Sport zu treiben. Jetzt kann ich sicher mit dir mithalten!“. Da wir aber leider nicht alle in der gleichen Stadt wohnen und nicht immer alle zur gleichen Zeit „Zeit“ haben, wäre es schwierig geworden, in der „echten Welt“ zusammen loszulegen Deshalb dachte ich, dass ein „virtuelles Miteinander“ hermuss!

Mein Ziel ist es, möglichst viele Leute zu motivieren ihren Körper zu bewegen und Spass an der Bewegung zu finden.

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