Veganer werden: Bedeutet es auf Genuss zu verzichten?

Sandra Weber wurde aus Liebe zu Tieren vegan. Mit ihrem Blog Vlowers, Vegan mit Kopf & Herz und Podcast hilft sie Menschen, die auf vegan umsteigen wollen, ihre Ernährung zu ändern ohne dabei auf Genuss zu verzichten.

Hier ihre Laufbahn:

Wieso sind Sie vegan geworden? War es einfach ?

Aus ethischen Gründen, wegen der Tiere. Ja, grundsätzlich schon, da es aus innerem Antrieb geschah. Ausserdem ist es in den letzten Jahren sehr viel einfacher geworden, sich vegan zu ernähren, das Angebot ist stark gestiegen.

Warum vegan und nicht vegetarisch?

Das Tierleid in der Milchindustrie ist riesig: Damit eine Kuh Milch gibt, wird sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Kurz nach der Geburt wird ihr das kleine Kalb weggenommen, damit es nicht die Milch trinkt, die stattdessen von Menschen getrunken wird. Wie man sich vorstellen kann, ist diese Trennung traumatisch für Mutter und Kind. Wenn der Nachwuchs männlich ist, wird der Kleine für die Fleischindustrie gemästet. Daher hängen die Milch- und die Fleischindustrie direkt zusammen – auch bei einer vegetarischen Ernährung müssen somit leider Tiere sterben. Bei den Eiern sieht es ähnlich aus – auch hier werden männliche Küken „entsorgt“, da sie keinen Wert für die Eierindustrie haben.

Was ist wichtig zu beachten wenn man sich vegan ernähren möchte?

Eigentlich dasselbe wie bei einer sonstigen gesunden Ernährung: viel Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen sowie natürlich genug Wasser trinken bilden die Basis einer ausgewogenen veganen Ernährung. Zudem sollte man Vitamin B12 supplementieren sowie im Winterhalbjahr Vitamin D. Beide Vitamine sind auch bei einer omnivoren Ernährung oft empfehlenswert zu supplementieren.

„Zudem sollte man Vitamin B12 supplementieren sowie im Winterhalbjahr Vitamin D“

Was wäre Ihr Tipps für Esseneinladungen bei nicht Veganer?

Nett fragen, ob es auch etwas Veganes geben wird und sonst mit dem Gastgeber absprechen, wie man vorgehen könnte, z.B. Tipps geben, Rezepte senden, oder selber etwas Mitbringen und zum Essen beisteuern – etwas, von dem alle anderen Gäste auch probieren können.

Oft hat man das Gefühl, dass man mit Veganernährung auf Genuss verzichten muss. Welcher Vegankuchen oder welches Dessert-Rezept könnte dieser Aussage widersprechen?

Keine Sorge, auch vegan kann man geniessen und schlemmen. Gerne teile ich hier mein Grundrezept für vegane Muffins (ca. 12-15 Stück):

 

  • 300g Mehl
  • 220g Zucker
  • 10g Backpulver
  • 3dl pflanzliche Milch (z.B. Soja/Hafer/Reis/Mandel)
  • 1dl Rapsöl

Ergänzen mit kleingeschnittenen Früchten wie z.B. Äpfeln, mit Beeren, mit Schokolade, mit Nüssen etc.

In Muffinförmchen geben und bei 180 Grad Umluft ca. 25-30 Minuten backen.

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