Ernährung zur Vorbeugung von Krankheiten

Wenn wir über Nahrung als Medizin sprechen, könnte man denken, dass wir unsere Ernährung unter die Lupe nehmen müssen, unser Essen wie ein Chemiker dosieren oder auch Lebensmittel integrieren, die gut für die Gesundheit sind, aber nicht unbedingt für unseren Gaumen. Kurz gesagt, Medikamente in Form von Lebensmitteln zu schlucken.

Anlässlich der Konferenz von Professor Henri Joyeux, chirurgischer Onkologe und Vortragender zum Thema „Ernährung in der Krankheitsprävention“, war ich überrascht (und erleichtert) zu erfahren, wie einfach seine Methode ist, Essen und Gesundheit zu verbinden.

Professor Joyeux hat uns die Ehre erwiesen unsere Fragen zu beantworten und er teilt seine Ernährungstipps um gesund zu bleiben mit Ihnen.

Können wir Krankheiten mittels Ernährung heilen?

Ja, die Ernährung kann Krankheiten heilen. Vor allem bei Autoimmunerkrankungen wirkt eine gute Ernährung in dem Sinne, dass sie unsere Abwehrkräfte stimuliert.

Wie soll man essen, um gesund zu sein?

Es ist ganz einfach, die Nahrung muss aus 80% pflanzlichen und 20% tierischen Produkten bestehen. Das bedeutet nicht, dass Sie Veganerin oder Vegetarier werden müssen. Es bedeutet lediglich, die Rationen von frischem und saisonalem Gemüse sowie Früchten zu erhöhen – vorzugsweise stammen diese aus biologischem und regionalem Anbau. Essen Sie einmal wöchentlich Fleisch (vorzugsweise weißes Fleisch), Fisch oder Meeresfrüchte. Jugendlichen wird zweimal pro Woche empfohlen.

Auch die Zubereitung von Speisen ist wichtig: Ein kurzes Dämpfen auf sanfte Weise (beispielsweise mit einem Dampfkörbchen) beseitigt Pestizide, ohne dass die Nahrungsmittel dabei ihre Nährwerte verlieren. So bleibt eine gute Verdauung möglich.

„Es ist ganz einfach, die Nahrung muss aus 80% pflanzlichen und 20% tierischen Produkten bestehen.“

Sollte man sich Ihres Erachtens vegan ernähren?

Man sollte niemandem ins Gewissen reden, weil er Veganer werden will. Nach einem Jahr veganer Ernährung zeichnen sich ersten Vitamin-B12-Defizite ab. Es ist daher wichtig, wenn Sie diese Wahl treffen, Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen, um diesen Mangel zu vermeiden.

Sie beraten insbesondere Menschen mit Krebs in Sachen Ernährung. Empfehlen Sie ihnen die gleiche Diät wie vollständig gesunden Personen?

Nein, die Ernährung krebsleidender Menschen sollte drastischer sein, um einen Rückfall oder eine Ausweitung des Krebses zu vermeiden.

Ich rate ihnen „moderne“ Milchprodukte, das heißt pasteurisiert Erzeugnisse wie UHT usw., vollständig zu streichen. Darin sind Wachstumsfaktoren enthalten, welche „schlafende“ Krebszellen stimulieren können, die nur darauf warten geweckt zu werden.

Gluten ist auch ein Problem und es ist empfehlenswert, alternative Vollkornprodukte wie Hirse, Amaranth, Buchweizen, Reis, Kartoffeln oder Quinoa zu konsumieren.

05012014, Formigueres, France. Portrait du chirurgien et cancerologue Henri Joyeux

Professor Henri Joyeux ist seit 1972 Krebschirurg. Er leitete insbesondere das Laboratorium für Ernährung und experimentelle Chirurgie am Institut du Cancer in Montpellier, Frankreich. 1986 wurde er mit dem Prix International de Cancérologie Antoine Lacassagne für seine Arbeit über künstliche Ernährung sowie Leber- und Darmregeneration geehrt. Er spricht regelmäßig auf Konferenzen in der Westschweiz bei Mednat oder im Salon Mieux Vivre. Hier finden Sie das Programm seiner Konferenzen.

Eine seiner jüngsten Aktivitäten ist die Einrichtung der Website Familles Santé Prévention und seine Facebook-Seite, auf der Sie für 25 Euro pro Jahr Ihre Fragen stellen und die Antworten von Gesundheitsexperten, darunter Professor Joyeux selbst, erhalten können.

Einmal pro Monat eine Inspiration von Holistia im Postfach:

Sie haben es probiert? Teilen Sie Ihre Erfahrung und inspirieren Sie weiter: