holistia sprechstunde: Der Weg nach der Geburt

Wieso haben Sie angefangen, sich mit Alternativmedizin zu beschäftigen?

Ich habe angefangen, mich für Alternativmedizin zu interessieren, weil mich natürliche Heilmittel schon immer mehr begeistert haben als chemische. Als ich klein war, half mir mein Vater mit Pflanzen, Kräutertees und Ton-Breiumschlägen gesund zu werden. Ich empfand das jeweils als sehr tröstend. Später wurde mir bewusst, wie eingeschränkt die konventionelle Medizin ist. Meiner Meinung nach werden in der konventionellen Medizin nicht alle wesentlichen Faktoren miteinbezogen, stattdessen begnügen wir uns damit, Symptome zu bekämpfen. Psychologische, emotionale und individuelle Faktoren, die sich von Fall zu Fall stark unterscheiden, werden nicht beachtet.

Mir scheint es, dass alternative Methoden das Individuum als Ganzes im Blick haben. Meine beruflichen Erfahrungen im pharmazeutischen Umfeld haben diesen Eindruck bestätigt. Ausserdem sind komplementärmedizinische Methoden weniger kostspielig und auch aus ökologischer Sicht sinnvoller. Ein grosser Vorteil ist auch der präventive Aspekt, der in der Alternativmedizin oft eine wichtige Rolle spielt.

Greifen Sie auch für präventive Zwecke zu Alternativmedizin oder nur bei einem konkreten gesundheitlichen Problem?

Ich verwende alternativmedizinische Methoden sowohl zur Prävention als auch bei konkreten Beschwerden. Präventiv gehe ich zum Beispiel vor, indem ich eine Kur mit Kräutertees mache, indem ich essentielle Öle anwende, die ich mit der Zeit kennengelernt habe, oder indem ich auf meine Ernährung achte. Das sind einfache Massnahmen, dank denen ich mir manchmal stundenlange Aufenthalte in Wartezimmern sparen kann. Wenn ich konkrete gesundheitliche Probleme habe, ziehe ich tendenziell ebenfalls alternativmedizinische Ansätze vor.

Ich denke, dass die konventionelle Medizin äusserst wirksam ist, wenn es um Notfälle und sehr gravierende Erkrankungen geht. Die sanfte Medizin hingegen hat die Nase vorne, wenn es darum geht, chronische Erkrankungen zu behandeln und sich auch mit dem Hintergrund der Krankheit zu befassen.  Mit einem gesünderen Lebensstil können viele spätere gesundheitlichen Sorgen vermieden werden.

Welche Therapie hat Ihnen besonders geholfen und wieso?

Die Osteopathie hat sich sehr bewährt, wenn meine Kinder krank waren. Ich zog solche Methoden jeweils vor, und meine Kinder reagieren heute sehr gut darauf. Homöopathie hat sich auch als wirksam erwiesen, wenn es darum geht, mehr über Zusammenhänge zwischen Krankheiten und PatientIn zu erfahren. Was mich selber betrifft, habe ich energetische Therapie in Anspruch genommen. Energetische Therapie, ausgeübt durch einen guten Therapeuten, ist für mich kaum zu toppen. Als ich mich von meinem Partner getrennt hatte, fühlte ich mich verloren, musste mich aber um zwei kleine Kinder kümmern. Ich merkte, dass ich Hilfe brauche, wollte aber nicht zu einem Psychologen gehen. Ich hatte den Eindruck, dass eine Psychotherapie nicht umfassend genug wäre und nicht meinen Bedürfnissen entspräche. Ich versuchte es also mit energetischer Therapie, das war für mich eine Offenbarung! Das war mehr als nur Therapie, ich hatte das Gefühl, wirklich an mir selber zu arbeiten, auf einer körperlichen, emotionalen und psychologischen Ebene. Ich lernte extrem viel und ich hatte den Eindruck, dass sich meine Persönlichkeit wieder komplett aufgerichtet hat. Ich konnte auch meine zwei Kaiserschnitte verarbeiten, die für mich sehr problematisch waren. Jedes Mal wenn ich anderen von meiner Frustration erzählt habe und von meinem Leiden im Zusammenhang mit der Geburt meiner Kinder, bekam ich zur Antwort, dass ich froh sein solle, dass es Mutter und Kind gut geht. Die «Vermedizinisierung» der Geburt und die Aberkennung der Rolle der Mutter wurde überhaupt nicht anerkannt. Sobald man auf der Entbindungsstation ankommt, ist man in den Händen des medizinischen Teams. Was dann kommt, lässt man eher mit sich geschehen, als dass man aktiv daran teilnimmt. Für manche Frauen ist das nicht einfach. Ohne social media hätte ich gar nie erfahren, dass ich nicht die einzige bin, die ihre Kaiserschnitte als sehr negativ empfunden hat, weswegen ich mich isoliert gefühlt hatte. Die Enttäuschung darüber, dass die Geburten nicht so verlaufen sind, wie ich mir das erträumt hatte, musste ich zuerst verarbeiten.

Ein empfehlenswerter Therapeut, eine empfehlenswerte Therapeutin?

Ich kann den Arzt und Homöopathen Dr. Joseph Borzykwsky sehr empfehlen, weil er die Perspektive des Arztes und die des Homöopathen vereint, sein Ansatz ist sehr umfassend. Sogar noch empfehlenswerter ist Georges Paulin, bei dem ich meine energetische Therapie gemacht hatte. Ich habe schon viele Leute zu ihm geschickt. Er ist unglaublich. Für eine Sitzung berechnet er 50 Euro, was nichts ist im Vergleich dazu, wieviel es bringt. Man könnte sagen, er ist der Therapeut für besonders schwierige Situation. Dafür bewundere ich ihn sehr. Diese Herangehensweise mag unheimlich sein, man fürchtet sich vor Dingen, die man nicht erklären und genau bestimmen kann.

Tipps die Ihnen geholfen haben, ihr Wohlbefinden im Alltag zu verbessern?

Eine gesunde Ernährung, selber kochen ist für mich die Grundlage. Schliesslich weiss man, dass mehr als 80% der Krankheiten mit einer unausgeglichenen Darmflora zu tun haben. Ich trinke regelmässig Kräutertees, aber auch Fruchtkefir ist sehr gut für die Darmflora, so wie auch unpasteurisiertes Bio-Bier aus kleiner Produktion. Wichtig für meinen Lebensstil ist auch die Massage. Ich lasse mich zwei Mal pro Monat von einer Thaï-Masseurin massieren. Das ist zwar relativ teuer, aber selbst wenn ich sparen muss, verzichte ich lieber auf etwas anderes uns lasse mich stattdessen massieren. Das trägt zu meinem Gleichgewicht bei, das hat für mich den gleichen Stellenwert, wie regelmässig Sport zu treiben. Jedes Mal nach dem Joggen mache ich Yoga und ich meditiere zwei oder drei Mal pro Woche.

Ein Buch, ein Mensch, ein Zitat, dass sie inspiriert (hat)?

«Qui a cassé le microbiote» von Dr. Borzykwsky mag ich sehr. Man lernt auf lockere und spielerische Weise mehr über die Funktionsweise des Darms. Ein Schatz an Informationen!

Eine ermutigende Botschaft für unsere LeserInnen?

Auf sich Acht geben, lernen, auf sich selber zu hören und die eigenen Bedürfnisse zu kennen ist essentiell wichtig für die Gesundheit. Ich glaube, sanfte Therapien unterstützen uns auf dem Weg dorthin. Die Möglichkeiten sind vielfältig und ich denke, jeder und jede findet etwas, das ihm oder ihr guttut. Es ist mir auch wichtig, aktiv mitwirken zu können, wenn es um meine Gesundheit geht, und nicht bloss Kundin in der Arztpraxis zu sein. Um gesund zu werden ist es doch wichtig, einen Dialog zu führen. Heute, da medizinische Leistungen pro Minute verrechnet werden, ist es zentral, sich die Zeit zu nehmen, Probleme gut zu analysieren, bevor sie behandelt werden.

Über die Beitragzählerin

Maud, 40 Jahre alt aus Genf ist eine dynamische Mutter von zwei gesunderen Kindern

Holistia hat ein E-Book mit postpartum Beratungen (inklusive nach einem Kaiserschnitt) gesammelt. Wenn Sie ein kostenloses ebook erhalten möchten schreiben Sie eine E-Mail an:

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